Es liegt mir auf der Zunge – Wortfindungsstörungen bei Kindern

Schwerpunkte: Dysgrammatismus, Kindersprache, Spracherwerb

Zeitraum

vom 24. August 2018,
13:30 Uhr

bis 25. August 2018,
17:00 Uhr

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Gebühr

250 €

Ort

in Rheine

Für diese Fortbildung gibt es 15 Punkte.

Dozent

Tanja Ulrich

Leitung

Gerlanda Schuite

Beschreibung

Wortfindungsgestörte Kinder wurden in der Vergangenheit häufig pauschal als „wortschatzeingeschränkt“ diagnostiziert und über „Wortschatzerweiterung“ behandelt. Damit wird man diesen Kindern aber nicht gerecht: Sie kennen in der Regel ausreichend viele Wörter, benötigen jedoch Unterstützung beim Zugriff auf diese.

Zunächst wird dargestellt, wie sich Wortabrufstörungen von anderen lexikalischen Erwerbsstörungen abgrenzen lassen. Es werden charakteristische Symptome vorgestellt, welche auf eine Wortabrufstörung hinweisen können. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über Hypothesen zur Verursachung und zur modelltheoretischen Einordnung dieser Störung.

Darauf aufbauend lernen die Teilnehmer diagnostische Möglichkeiten zur Erfassung von Wortfindungsstörungen bei Vorschul- und Schulkindern kennen.
Es werden aktuelle deutschsprachige Diagnostikverfahren vorgestellt und ihre Aussagekraft im Hinblick auf die Erfassung von Wortabrufstörungen eingeordnet.

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage nach den Interventionsmöglichkeiten bei Wortfindungsstörungen. Es werden zunächst aktuelle Therapievorschläge und – konzepte vorgestellt (u.a. semantische und phonologische Elaborations- und Abruftherapie, z.B. Glück 2010; PLAN, z.B. Siegmüller & Kauschke 2006; Wortschatzsammler, z.B. Motsch, Marks & Ulrich 2016). Anschließend werden hierzu konkrete Spiel- und Übungsvorschläge zusammengestellt, in Kleingruppen erprobt und anhand von Videobeispielen veranschaulicht.

Literatur:
Glück, C. W. (2010): Kindliche Wortfindungsstörungen: Ein Bericht des aktuellen Erkenntnisstandes zu Grundlagen, Diagnostik und Therapie. 4. Aufl. Peter Lang, Frankfurt
Motsch, H.-J., Marks, D.-K., Ulrich, T. (2016): Wortschatzsammler. Evidenzbasierte Strategietherapie lexikalischer Störungen im Kindesalter. 2. Aufl. Ernst Reinhardt, München
Siegmüller, J., Kauschke, C. (2006): Patholinguistische Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen. Elsevier, München

Dr. Tanja Ulrich
Logopädin, Diplom Lehr- und Forschungslogopädin
Seit 2014: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sprachbehindertenpädagogik in schulischen und außerschulischen Bereichen, Universität zu Köln
2012-2014: Schulleitung der Schule für Logopädie IB-Gis mbH Medizinische Akademie Köln
2012: Promotion an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln; Titel der Dissertation: „Effektivität lexikalischer Strategietherapie im Vorschulalter. Eine randomisierte und kontrollierte Interventionsstudie“
2008-2012: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sprachbehindertenpädagogik in schulischen und außerschulischen Bereichen, Universität zu Köln
2008: Abschluss des Studiums der Lehr- und Forschungslogopädie; Titel der Diplomarbeit: „Semantische und phonologische Therapie bei kindlichen Wortfindungsstörungen- eine Einzelfalltherapiestudie“
2002-2010: praktische Tätigkeit in verschiedenen logopädischen Praxen
2002: staatlich geprüfte Logopädin

Veranstalter

Seminar und Fortbildungszentrum Rheine
Seminar- und Fortbildungszentrum Rheine
Osnabrücker Straße 8-10
48429 Rheine
059718003322

Veranstaltungsort

Seminar- und Fortbildungszentrum Rheine
Osnabrücker Str. 8-10
48429 Rheine
Deutschland

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